Zusammenbruch eines Supercomputers: Schüler schreiben ein Buch

Rund 50 Schülerinnen und Schüler des Marburger Gymnasiums Philippinum haben sich an einem spannenden Vorhaben beteiligt: In einem Schreib-Projekt des Frankfurter Westend-Verlags entwickelten sie Ideen, wie die Welt nach dem Zusammenbruch eines Megacomputers aussehen könnte, auf dem sämtliches Wissen gespeichert ist. Die Texte sind in dem Buchprojekt „2125 - Die Zukunft der Menschheit“ zusammengefasst. Es erscheint am 19. Mai, wie der Westend-Verlag mitteilte.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 bis 13 hätten sich freiwillig zu einem Schreibtag im vergangenen November gemeldet, berichtete der Lehrer Christian Steiner dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Thema hätten sie nicht gekannt: Sie sollten vorher nicht beeinflusst werden oder im Internet recherchieren. Das Szenario gab der Verlag vor: Danach kommt es im Jahr 2125 zum Supergau. Durch einen unerklärlichen Vorgang fällt der Megarechner aus, auf dem weltweit alle Daten, also alles Wissen aus Tausenden von Jahren, gespeichert ist.

Er sei überrascht über die vielfältigen Ideen und stolz auf die Schüler, sagte Steiner. So habe sich ein Schüler mit der Frage beschäftigt, ob die Gesellschaft nach dem Zusammenbruch wieder mit einer erneuten Digitalisierung beginnen sollte. Einige überlegten, dass Bücher und das Mündliche wiederentdeckt würden, dass Vertrauen plötzlich wichtig werde. Andere fürchteten, dass sich Misstrauen breit mache oder Staaten um die Macht ringen.

In dem Buch schreibt eine Schülerin: „In der Medizin wird vor allem wieder viel Wert auf praktische Arbeit gelegt.“ Eine andere stellt fest: „Man muss sich wieder Briefe schreiben.“ Tageszeitungen würden wieder auf Papier erscheinen, erklärt ein Autor. Ein anderer befürchtet, dass Sozialhilfe nicht ausgezahlt werden kann, da dem Staat die Daten fehlen. Oder: Es gebe die Chance, dass sich eine neue, bessere Welt entwickelt. Reales Leben könnte wieder schätzen gelernt werden. „Eine Pfarrerin schreibt Tag und Nacht an der Bibel. Sie kann sich an nahezu alles erinnern“, formuliert eine Schülerin.

Er sei begeistert von dem Projekt, resümierte Steiner. Der Verlag habe sich offen gezeigt für die interessanten Gedanken der jungen Leute. Bei einigen habe das freie und kreative Arbeiten ungeahnte Kräfte geweckt.

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