Der Zukunftsrat für ARD und ZDF empfiehlt weitreichende Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dieser müsse digitaler und effizienter werden und seinen Auftrag besser erfüllen, heißt es in dem Bericht des Gremiums. Es empfahl die Einführung von schlanken Leitungsstrukturen und eine stärkere Regionalisierung.
Die Vorsitzende des Zukunftsrats und frühere Vorstandsvorsitzende von Gruner+Jahr, Julia Jäkel, sagte, der Öffentlich-Rechtliche befinde sich derzeit in einer Abwärtsspirale, die die Kreativität lähme: „So etwas macht ein System auf Dauer kaputt.“
Zukunftsrat: Mehr Innovation und Dialog
Der stellvertretende Vorsitzende des Gremiums und ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Peter Huber, betonte die dienende Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dieser müsse die „politische Selbstbestimmung der Bürger“ unterstützen.Der Zukunftsrat empfiehlt unter anderem eine stärkere Orientierung am Gemeinwohl und an der Demokratie, auch im Sinne von mehr Innovation, Unterscheidbarkeit und Dialog mit Bürgern. Der Rat war im vergangenen März von der Rundfunkkommission der Bundesländer mit dem Ziel eingesetzt worden, Perspektiven für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dessen Nutzung und Akzeptanz über das laufende Jahrzehnt hinaus zu entwickeln. ARD, ZDF und Deutschlandradio benötigten eine Organisation, die schnelle und agile Entscheidungen treffen könne, heißt es in dem Bericht. Dafür brauche es klare Strukturen mit eindeutigen Verantwortlichkeiten und einer wirksamen Kontrolle. Heute sei die ARD alles in allem reformwillig, aber „zu langsam und zu schwerfällig“.Den Vorschlag, noch eine Rundfunkanstalt zu gründen, hätte ich vom Zukunftsrat am wenigsten erwartet. pic.twitter.com/hF0XNYf0fW
— Claus Grimm (@GrimmClaus) January 18, 2024
