Yoko Ono-Ausstellungen in Berlin

Das umfangreiche Werk der Konzeptkünstlerin, Musikerin und Aktivistin Yoko Ono ist von Freitag an in zwei neuen Ausstellungen in Berlin zu sehen. Im Berliner Gropius Bau werden unter dem Motto „Yoko Ono: Music of the Mind“ mehr als 200 Arbeiten der vergangenen sieben Jahrzehnte der heute 92-jährigen Künstlerin gezeigt. In der Neuen Nationalgalerie steht unter der Überschrift „Yoko Ono: Dream together“ ihr friedenspolitisches Werk im Mittelpunkt. Beide Ausstellungen präsentieren zahlreiche Arbeiten, die die Besucher zu eigenen Beiträgen in den Ausstellungen anregen sollen. Bereits seit 2. März zeigt der Neue Berliner Kunstverein von Yoko Ono das Werk „Touch“.

Die Kuratorin der Ausstellung im Gropius-Bau, Patrizia Dander, bezeichnete am Donnerstag die Arbeiten Yoko Onos als „Vehikel für Veränderungen“. Besucher sind aufgerufen, die „Vollendung der Werke“ zu übernehmen, wie Dander den partizipativen Ansatz der Kunst von Ono bezeichnete.

Zu sehen sind im Gropius-Bau unter anderem Installationen, Filme, Musikkompositionen und Fotografien. Sie zeigen die künstlerische Entwicklung Onos von den 1950er Jahren bis heute. Die Neue Nationalgalerie zeigt unter anderem Exponate von Friedensaufrufen - und -aktionen.

Die 1933 in Tokio geborene Yoko Ono begann ab den späten 1950er Jahren in New York und anschließend in London zu wirken. Ihr Schaffen umfasst Bereiche der Kunst, Performance, Musik und Film. Sie hat unter anderem auch 13 Solo-Studioalben veröffentlicht. Zusätzliche Bekanntheit erlangte sie durch ihre Beziehung mit Beatles-Sänger und -Gitarristen John Lennon (1940-1980).

Jenny Schlenzka, Direktorin des Gropius Baus, erklärte: „So schlicht und intuitiv ihre Arbeiten auf den ersten Blick scheinen, sind sie doch komplex, intellektuell anregend und hochpolitisch.“ Ono habe eine „anhaltende Bedeutung für die zeitgenössische Kultur“. Sie sei eine „Vorreiterin der partizipativen Kunst“. Bei ihr habe sich Kunst und Leben vermischt.

So können sich Besucher im Gropius-Bau etwa in der Installation „White Chess“ an drei Tische setzen, um mit ausschließlich weißen Schachfiguren zu spielen, so lange „wie Du Dich erinnern kannst, wo all Deine Figuren stehen“, wie es in der Anleitung Onos heißt. In der Neuen Nationalgalerie soll „Cleaning Piece“ zu einem Moment der Selbstreflexion einladen. Dabei können Besucher Flusssteine sortieren und über eigene Freuden und Sorgen nachdenken.

Auch Werke zu Onos feministischen Anliegen sind präsent, so etwa in dem Film „Fly“, in dem sich eine Fliege, von Onos Stimme begleitet, über den nackten Körper einer Frau bewegt. Auch Dokumentationen von Perfomances wie „Cut Piece“ finden sich in der Ausstellung im Gropius-Bau. Dabei konnten Personen aus dem Publikum mit einer Schere ein Stück Stoff von Yoko Ono Kleidung abschneiden.

Die Ausstellung im Gropius-Bau erfolgte in Zusammenarbeit mit der Londoner Tate Gallery of Modern Art und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Sie ist bis zum 31. August zu sehen. Die neue Nationalgalerie zeigt ihre Ausstellung bis 14. September.

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