Wirklich weise Worte

Angemerkt

Es gibt solche Tage. Auf meinem Schreibtisch türmen sich die Dinge, die möglichst gestern erledigt sein sollten. Dann klingelt auch noch das Telefon. Dafür habe ich eigentlich gar keine Zeit. Der Anrufer dagegen schon. Wieder ein Viertelstunde dahin. Der Berg vor mir wird nicht kleiner.
Wenn es mal wieder soweit ist, fällt mir mein Vater ein. Er pflegte in solchen Fällen zu sagen: „Lass gut sein. Morgen fangen wieder hundert Jahre an.“
Ich atme durch. Werfe noch einmal einen Blick auf meinen Schreibtisch. Tatsächlich. Da gibt es so manches, was ich auf morgen schieben kann. Auf die nächsten hundert Jahre. Erleichtert arbeite ich weiter.

Leider vergesse ich diesen Gedanken allzuoft im Alltag. Immer mehr will immer dringender erledigt sein.
Mein Handy gibt Laut? Sofort schaue ich, was ist. Beantworte kurz Nachrichten. Gratuliere schnell zum Geburtstag. Teile ein witziges Bild. Und schon habe ich mich verzettelt. Mühsam konzentriere ich mich wieder auf das, was ich eigentlich tun wollte. Was sich schon wieder auftürmt.
Eine diesjährige Fastenaktion ruft zu „Sieben Wochen ohne Sofort“ auf. Das ist das gleiche Prinzip wie beim Spruch meines Vater. Es muss nicht alles sofort erledigt werden. Es tut mir gut, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Es lässt mir Raum für den Blick auf das Wesentliche.
Jesus rät: „Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“
Also: durchatmen. Sortieren. Neu starten. Und die weisen Ratschläge nicht außer Acht lassen. Das befreit.

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