Das Marina Abramović Institute setzte sich mit dem Erbe des Aktionskünstlers Josef Beuys auseinander. Dreizehn Performances von internationalen Künstlerinnen und Künstler zu verschiedenen Aspekten von Beuys' Schaffen sind vom 13. Juli bis 10. August im Schloss Moyland zu erleben, wie das Museum am Donnerstag ankündigte. In einer Ausstellung werden zudem Werke von Abramović und Beuys selbst gezeigt.
Zu sehen sind zwei Video-Dokumentationen von Beuys‘ Performance „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“ (1965) und Abramovićs Re-enactment (2005). Dazu werden historischen Plastiken, Archivmaterialien und Zeichnungen von Beuys aus der Sammlung gezeigt. Damit trete die renommierte Künstlerin Marina Abramović erstmals in einen direkten künstlerischen Dialog mit Beuys, erklärte das Museum.
In den begleitenden Performances knüpfe etwa der türkische Künstler Esref Yildirim an Beuys' Idee des Dialogs zwischen Mensch und Tier an, hieß es. Virginia Mastrogiannaki aus Griechenland reflektiere Beuys’ späte Politisierung und dessen Bezug zu dem Schriftsteller und Revolutionär Anacharsis Cloots. Die niederländisch-kongolesische Künstlerin Michelle Samba setzt bürokratische Stempel mit ihrem eigenen Blut und hinterfrage damit die Formen institutioneller Kontrolle und Archivierung. Der italienisch-deutsche Künstler Francesco Marzano stelle in seiner partizipativen Performance den Atem in den Mittelpunkt.
Die Performances sind Ergebnis eines interdisziplinäre Residenzprogramms, das vom Marina Abramović Institute (MAI) erstmals im Museum Schloss Moyland umgesetzt wurde. Mit ihren individuellen Perspektiven, kulturellen Erfahrungen und performativen Ansätzen hätten sich die dreizehn Kunstschaffenden mit dem Denken von Beuys auseinandergesetzt und seine Impulse in einen zeitgenössischen Kontext übertragen, hieß es.