Viele Kinder zeigen sich zumindest phasenweise sehr wählerisch beim Essen. Eltern müssen jedoch nicht verzweifeln: Fachleute haben einige Ideen, wie Misstrauen und Ablehnung wieder nachlassen.
Die Pausenbrote kommen unberührt wieder zu Hause an, im Abendessen wird nur gestochert? Das kennen viele Eltern. Nicole Merbach ist Ressortleiterin Ernährung und Gesundheit bei der Stiftung Warentest - und viel im Austausch mit Ernährungswissenschaftlern und -psychologinnen. Sie hat einige Tipps für stressfreie Mahlzeiten.
: Belehrende Phrasen und Argumente, wie gesund etwas sei, bewirken nach Worten von Merbach nicht viel. Wenn zu sehr auf gesunde Ernährung gedrängt werde, werde der Nachwuchs tendenziell immer mäkeliger. Auch müssten Eltern sich nicht zu sehr sorgen: "Die meisten Kinder sind mit den notwendigen Nährstoffen gut versorgt."
: Merbach rät, bestimmte Nahrungsmittel immer wieder anzubieten und dabei auf Vielfalt zu setzen. So könne man Kindern unterschiedliche Obst- und Gemüsesorten hinstellen, wenn sie hungrig nach Hause kämen. "Wenn es dann nebenbei gefuttert wird, muss man keine große Sache daraus machen."
: Begriffe wie "Pausenbrot" oder "Vollkorn" sind laut der Expertin bei vielen Kindern unbeliebt. Sie lädt dazu ein, kreativ zu werden - und beispielsweise von einem "Sandwich" zu sprechen. Der vielfach verhasste Brokkoli verschwinde, wenn er in einer Suppe püriert werde; Zucchini-Nudeln könnten als hippe "Zoodles" angeboten werden.
: Wenn Kinder ihr Essen selbst zubereiteten, werde es für sie "enorm aufgewertet", sagt Merbach. Dies gelte nicht nur für Pausensnacks, sondern auch für gemeinsame Mahlzeiten.
: Die meisten dieser Produkte, die speziell für Kinder angeboten werden, weisen laut aktuellem Test der Stiftung deutliche Mängel auf. Wer befürchtet, das eigene Kind könnte an einem Mangel leiden - etwa wegen ständiger Müdigkeit, geringer Belastbarkeit oder Gewichtsabnahme -, dem empfehlen die Fachleute ein Gespräch mit Kinderarzt oder -ärztin.