Weder Parteipolitik noch Ideologien stehen einem Theater gut zu Gesicht, findet Hasko Weber, Chef des Nationaltheaters Weimar. Zugleich gelte: Unpolitisch kann Kunst im öffentlichen Raum nie sein.
Theater und Politik stehen nach Ansicht des Weimarer Intendanten Hasko Weber in einem Spannungsverhältnis zueinander. "Kunst ist per se immer politisch, wenn sie auf ein Publikum trifft", sagte der Chef des Deutschen Nationaltheaters im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag in Weimar. "Aber: Bewusst parteipolitisch oder ideologisch sollten Theater als Institutionen aus meiner Sicht nicht auftreten. Wir gehören nicht zu den ausgewiesenen Einrichtungen unserer Demokratie."
Es sei nicht Aufgabe der Theater, auf tagespolitische Ereignisse zu reagieren. "Gleichwohl soll ein Theater als Institution natürlich eine Haltung zur Gesellschaft und zur Politik haben - diese ist am Repertoire und den Angeboten ablesbar", sagte Weber. Zugleich konstatiert er wachsende Erwartungen an die Theater: "Bildungsauftrag, Generationenauftrag, Unterhaltungsauftrag. Wenn wir diesen Forderungen gerecht werden wollten, bliebe am Ende nur noch ein künstlerischer Kompromiss übrig. Ob Theater in diesem Sinne ein gesellschaftlicher Motor sein kann - das würde ich mal mit einem Fragezeichen versehen."