Hamburg. Mit verschlüsselten Botschaften auf Landkarten beschäftigt sich die neue Ausstellung „Farbe trifft Landkarte“ im Hamburger Museum am Rothenbaum (Markk). Die Schau ist noch bis zum 30. Januar zu sehen. Die nachträgliche Kolorierung könne Aufschluss geben über politische Zugehörigkeit, bestimmte Weltsichten, koloniales Eindringen oder wirtschaftliche Aspekte, sagte Direktorin Barbara Plankensteiner. In einem dreijährigen Forschungsprojekt mit der Universität Hamburg wurden Landkarten aus dem 15. bis 20. Jahrhundert betrachtet. Neben Symbolik und kultureller Bedeutung wurde auch die materielle Zusammensetzung, die Herstellung und der Handel mit Farben untersucht.
Karten bilden geografische Räume verkleinert ab, so Plankensteiner. Nachträglich aufgetragene Farben verleihen ihnen dann zusätzliche Informationen. Die seien teilweise so detailliert, dass eine Karte „es durchaus mit modernen GPS-Vermessungen aufnehmen kann“. Ein Beispiel dafür sei das Herzstück der Ausstellung, eine überdimensionale Karte Koreas von 1861. Für das Forschungsprojekt wurden Karten von Europa aus dem Bestand des Markk sowie ostasiatisches Material aus dem Hanseatischen Wirtschaftsarchiv in Hamburg herangezogen.
