Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und der Kinderschutzbund in Niedersachsen drängen auf die Verabschiedung eines wirksamen Landeskinderschutzgesetzes. Auf Landesebene gebe es zwar die Initiative für ein ressortübergreifend entwickeltes und verantwortetes Kinderschutzgesetz, erklärten die Verbände am Donnerstag. Gleichzeitig bestünden dabei aber „gravierende Defizite“.
So gebe es bisher keine Einbindung der Fachpraxis in die Entwicklung der Kinderschutzstrategie, bemängelte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege, Gerhard Tepe. Dies sei aber dringend geboten, da Kinderschutz eine zentrale gesellschaftspolitische Aufgabe sei. „Diese zu vernachlässigen, wäre eine schwere Hypothek für die Gesellschaft insgesamt.“
Weiter fordern die Verbände ausreichende finanziellen Mitteln und mehr Personal für einen starken Kinderschutz. Ebenso entscheidend sei die flächendeckende Versorgung mit Facheinrichtungen für Beratung und Behandlung. Dazu zählten der Ausbau von Einrichtungen mit den Angeboten Krisenintervention, Diagnostik, Trauma-Behandlung und die Einrichtung mobiler Kriseninterventionsteams. Die bestehenden Fachberatungsstellen seien sowohl unterfinanziert als auch personell unterbesetzt, hieß es.
Eine Kinderschutzstrategie mit einem Landeskinderschutzgesetz könne diese Aufgaben absichern. Als „Akteure aus der Fachpraxis“ bekräftigten der Kinderschutzbund und die Landesarbeitsgemeinschaft „nochmals deutlich unsere Bereitschaft an der Mitgestaltung eines Landeskinderschutzgesetzes mitzuwirken“.