Mit der Ankündigung verbotener Bischofsweihen setzt die traditionalistische Piusbruderschaft den Vatikan unter Zugzwang. Dieser reagiert nun.
Der Vatikan führt Gespräche mit der traditionalistischen Piusbruderschaft. Das bestätigte Papstsprecher Matteo Bruni am Mittwochabend der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). In der nächsten Woche sei ein Treffen zwischen dem Leiter der Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Manuel Fernández, und dem Generaloberen der Piusbrüder, Davide Pagliarani, geplant. "Das Treffen ist eine gute Gelegenheit für einen informellen und persönlichen Dialog, der dazu beitragen soll, wirksame Instrumente für den Austausch zu identifizieren, die zu positiven Ergebnissen führen können", so Bruni.
Die erzkonservativen Piusbrüder hatten Anfang der Woche angekündigt, trotz Vatikanverbots neue Bischöfe weihen zu wollen. Der Generalobere Pagliarani begründete den Schritt mit der Sorge um den Fortbestand der Gemeinschaft, deren kirchenrechtlicher Status weiter unklar ist. Die bisherige Kommunikation mit dem Vatikan führte Pagliarani zufolge zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis.
Nach dieser Ankündigung hatte der Vatikan mitgeteilt: "Die Kontakte zwischen der Bruderschaft St. Pius X. und dem Heiligen Stuhl werden fortgesetzt, mit dem Ziel, Brüche oder einseitige Lösungen in Bezug auf die aufgetretenen Probleme zu vermeiden."