Die Arbeit als Korrespondentin ist für die Leiterin des ARD-Studios Washington, Gudrun Engel, im ersten Jahr der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump „fordernd und anstrengend“ geworden. „Es gibt sehr viel mehr Unsicherheiten“, sagte die 46-Jährige dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Auf uns kommen neue Herausforderungen zu, die sich nicht nur auf die Inhalte beziehen, auf die wir uns ja eigentlich konzentrieren wollen.“
Die WDR-Journalistin Engel, die das ARD-Studio seit 2022 leitet, sagte, wenn Trump Journalisten in Pressekonferenzen beleidige, sei das „unangenehm“ und mache ratlos. Es gebe zwar „eine sehr große Solidarität unter den Kolleginnen und Kollegen“, aber auch eine gewisse Hilflosigkeit. „Bullying ist wieder salonfähig, seit Trump wieder im Amt ist.“ Für Trump seien die Medien „the enemy of the people“, also Feinde des Volkes.
Gudrun Engel: Mobbing gegen Medien
Mobbing und Verunglimpfungen richteten sich aber nicht nur gegen Medien, sagte Engel. „Die Verrohung von Sprache, das öffentliche Beschimpfen von Menschen, das Herabwürdigen erleben wir seit einem Jahr.“ Es sei verrückt, wie sich in der Gesamtheit der Gesellschaft die Wahrnehmung verschoben habe.Obwohl Trump vielen Medien mit Klagen gedroht habe, habe sich in der täglichen Arbeit für sie nicht viel verändert, sagte die Studioleiterin. Für sie sei die größte Herausforderung zurzeit, „in der täglichen Themenflut das zu transportieren, was man idealerweise in Europa, in Deutschland wissen sollte“. Die große Herausforderung sei die Frage, was man weglassen könne, ohne dass etwas Wichtiges fehle.President Trump argues the country should move on from the Epstein files and lashes out when asked about the survivors' response to the latest release from the Justice Department. pic.twitter.com/NB2IJntX3h
— Kaitlan Collins (@kaitlancollins) February 4, 2026
