Unicef prangert hohe Zahl getöteter Kinder in Gaza an

Fast 1.000 Kinder starben laut Berichten bei Angriffen im Gazastreifen allein in den vergangenen zwei Monaten. Das UN-Kinderhilfswerk verlangt ein sofortiges Ende der Gewalt. Auch die Staatengemeinschaft sei gefordert.

Das Unicef-Regionalbüro für den Nahen Osten ist entsetzt über die anhaltend hohe Zahl getöteter Kinder im Gazastreifen. Allein in den vergangenen zwei Tagen seien 45 Kinder bei Angriffen getötet worden, sagte Edouard Beigbeder, Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika am Freitag im jordanischen Amman. Dies sei eine weitere erschütternde Erinnerung daran, dass Kinder im Gazakrieg besonders litten - "sie hungern Tag für Tag, nur um dann Opfer wahlloser Angriffe zu werden".

Im Gazastreifen gebe es keine sicheren Orte für Kinder, beklagt der Experte des UN-Kinderhilfswerks. "Von Norden bis Süden werden Kinder in Krankenhäusern, in zu Notunterkünften umfunktionierten Schulen, in behelfsmäßigen Zelten oder in den Armen ihrer Eltern getötet oder verletzt." Allein in den vergangenen zwei Monaten wurden demnach Berichten zufolge mehr als 950 Kinder bei Angriffen im Gazastreifen getötet. Während dieser Zeit habe sich die Lage von Kindern zusätzlich durch Israels Blockade humanitärer Hilfe im Gazastreifen verschlimmert. "Mit jedem weiteren Tag der Blockade steigt das Risiko, dass sie verhungern, erkranken und sterben", so Beigbeder.

Unicef appelliert an die Konfliktparteien Israel und die palästinensische Hamas, die Gewalt zu beenden. Zudem sollten alle Staaten, die Einfluss auf die Kriegsparteien haben, ihre Einflussmöglichkeiten zu nutzen, um den Konflikt zu beenden. Das humanitäre Völkerrecht müsse respektiert werden: "Humanitäre Hilfe muss unverzüglich bereitgestellt, alle Geiseln freigelassen und der Schutz der Zivilbevölkerung vor Angriffen gewährleistet werden. Das Leid der Kinder sei unermesslich - "die seelischen und körperlichen Narben werden sie ein Leben lang begleiten".

Israel hatte seine Angriffe auf den Gazastreifen in den vergangenen zwei Tagen intensiviert. Laut der israelischen Armee wurden mehr als 150 Terrorziele angegriffen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben seit Donnerstag knapp 200 Menschen getötet. Zuletzt hatte Israel eine neue, massive Bodenoffensive in Gaza angekündigt, einschließlich der Besetzung des Landes und Zwangsumsiedlung seiner palästinensischen Bewohner. Beobachter gingen davon aus, dass die Offensive nach dem bis Freitag dauernden Besuch von US-Präsident Donald Trump in Nahost starten werde.

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