Uni Tübingen stärkt Antisemitismusforschung

Die Universität Tübingen hat Friederike Lorenz-Sinai zur Professorin für Sozialwissenschaftliche Antisemitismusforschung berufen. Mit ihrer Berufung sind alle vier Lehrstühle am Institut für Rechtsextremismusforschung (IRex) besetzt, wie die Uni am Mittwoch mitteilte. Das Land Baden-Württemberg finanziert die neu geschaffene Professur für die ersten zehn Jahre.

Lorenz-Sinai forschte zuletzt unter anderem zu Antisemitismus im Kontext von Schulen und zu den Auswirkungen des Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 auf jüdische und israelische Gemeinschaften in Deutschland. Laut Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne) werden die meisten antisemitisch motivierten Vorfälle von Rechtsextremen begangen. „Deshalb ist es die Verantwortung von Staat, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, Antisemitismus konsequent zu erforschen, sichtbar zu machen und entschieden zu bekämpfen“, sagte Olschowski.

Das Institut für Rechtsextremismusforschung wurde im Mai 2023 gegründet. Seine Einrichtung geht auf eine Empfehlung des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses des baden-württembergischen Landtags zurück. Mit vier Professuren gilt das Institut als bundesweit einzigartig. (0569/04.03.2026)

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