Der Architekt Johann Baptist Schott entwarf 1898 Pläne für den Bau einer Kirche in Weiden in der Oberpfalz. Die vergessenen Skizzen tauchten nun auf einmal auf und suchen ein neues Zuhause.
Zufallsfund beim Stöbern auf dem Münchner Antikmarkt: Dort hat vor ein paar Jahren der aus der Oberpfalz stammende Antiquitätenhändler Georg Strehl unbekannte Baupläne der Josefskirche in Weiden entdeckt, wie die Zeitung "Der Neue Tag" (Freitag) berichtet. Als erstes sei ihm eine großformatige Tuschezeichnung in die Hand gefallen, auf der die Türme des Gotteshauses zu sehen waren. Diese sei Teil einer zerschlissenen Mappe mit mehreren Blättern gewesen, die die Aufschrift "Pläne über die Erbauung einer kath. Stadtpfarrkirche in Weiden" getragen habe.
Wie Strehl der Zeitung erzählte, kaufte er aus Lokalpatriotismus die Mappe. Von Anfang habe er vorgehabt, die Zeichnungen entweder der Kirchengemeinde oder dem Stadtmuseum zu schenken. Doch die Corona-Pandemie und ein gesundheitliches Problem hätten bisher verhindert, dass er seinen Plan habe umsetzen können. Vor Kurzem sei ihm dann der Fund wieder in die Hände gefallen. Seither suche er nach Abnehmern.
Die rund ein mal ein Meter großen Blätter aus dem Jahr 1898 zeigen im Maßstab 1:100 Entwürfe der Josefskirche im neoromanischen Stil, wie es heißt. Der heutige Bau weiche jedoch in Details von diesen ab. Signiert seien die Pläne von dem Architekten Johann Baptist Schott (1853-1913), der für eine Vielzahl von Kirchenbauten in bayerischen Diözesen, unter anderem auch für die Basilika Sankt Anna in Altötting, verantwortlich ist.
Ungeklärt ist dem Beitrag zufolge, wo die Mappe früher einmal aufbewahrt worden ist. Ein Stempel des "Königlichen Staatsministeriums des Inneren für Kirchen- und Schulangelegenheiten von Bayern" lasse aber vermuten, dass die Unterlagen von dort irgendwann ausgelagert worden seien. Nach der Einschätzung von Sebastian Schott vom Stadtarchiv Weiden handelt es sich um einen "kunstgeschichtlichen Schatz". Auch Stadtpfarrer Markus Schmid soll sich über den Fund gefreut haben. Was letztlich mit den Unterlagen geschehen werde, sei bisher noch nicht geklärt, heißt es.