UN: Hilfe in Gaza trotz Israels Zusagen weiter unzureichend

Seit einer Woche räumt die israelische Armee sogenannte taktische Pausen ein, um Lebensmittel-Lieferungen zur hungernden Bevölkerung gelangen zu lassen. Dennoch werden laut UN-Angaben viele Konvois behindert.

Auch eine Woche nach den von Israel verkündeten taktischen Kampfpausen für Hilfslieferungen ist die humanitäre Situation laut den Vereinten Nationen im Ganzen unverändert. Was an Hilfe in die Enklave gelange, sei "bei weitem unzureichend für die hungernde Bevölkerung". Konvois würden weiterhin bei der Auslieferung behindert, erklärte UN-Sprecher Farhan Haq am Montag in New York.

Manche Einsätze innerhalb des Gazastreifens dauerten mehr als 18 Stunden, sagte Haq. Die Teams seien gezwungen, mehr als zehn Stunden am Stück auf Straßen zu warten, die oft gefährlich, verstopft oder unpassierbar seien.

Am Sonntag seien von elf mit Israel koordinierten Einsätzen sieben durchgeführt worden, sagte der Sprecher. Bei zweien habe es Behinderungen gegeben; einen Transport medizinischer Güter habe man nur zum Teil umgesetzt, einen weiteren hätten die Organisatoren abgesagt.

Als positiv vermerkte Haq, dass Israel höhere Treibstofflieferungen in den Gazastreifen gebilligt habe. Allein für den Notbetrieb der Wasserversorgung und des Abwassersystems würden täglich 70.000 Liter Diesel benötigt; Sonntag seien nur 29.000 Liter in Empfang genommen worden.

Unterdessen halte im besetzten Westjordanland die Gewalt der israelischen Streitkräfte und der Siedler gegen Palästinenser unvermindert an. Die Zahl gewalttätiger Übergriffe durch israelische Siedler nehme zu, sagte der UN-Sprecher unter Verweis auf das Koordinierungsbüro der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe (OCHA).

In der vergangenen Woche habe es mindestens 24 Angriffe von Siedlern gegeben, bei denen Menschen zu Schaden gekommen oder Sachen beschädigt worden seien. OCHA verlange erneut Schutz für Zivilisten im Westjordanland einschließlich Ostjerusalem.

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