Atomkraftgegner mahnen den zugesagten Rückbau des Gorlebener Erkundungsbergwerks an. Das Bundesumweltministerium habe der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) im September 2021 den Auftrag zur Schließung des Bergwerks erteilt, sagte am Mittwoch Wolfgang Ehmke von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Der Rückbau habe Mitte 2024 beginnen sollen. Nun sei der Sommer vorbei, „doch es tut sich nichts“.
Der unterirdische Gorlebener Salzstock war Jahrzehnte lang als einziger Standort auf seine Tauglichkeit als Endlager untersucht worden. Bei der ab 2013 gestarteten Endlagersuche schied er aus geologischen Gründen aber aus dem Verfahren aus. Die BGE hatte angekündigt, die oberirdischen Anlagen des Bergwerks anzureißen und das aufgeschüttete Salz wieder unter die Erde zu befördern.
Als einen möglichen Grund für die Verzögerung beim Rückbau vermutet die Bürgerinitiative finanzielle Engpässe. Im Bundeshaushalt 2024 seien rund 14 Millionen Euro für den Standort eingestellt worden, die Gesamtkosten des Rückbaus habe das Bundesumweltministerium indes auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffert. „Entweder ist es ein peinliches Haushaltsversagen des Bundesumweltministeriums oder die Fragen stellen sich, ob es eine Hinhaltetaktik, gar einen Plan B für die Nachnutzung des Endlagerbergwerks gibt“, sagte Ehmke.
BGE-Sprecherin Monika Hotopp erklärte auf epd-Anfrage, die Finanzierung sei geklärt und führe nicht zu einer Verschiebung der geplanten Arbeiten. Die BGE habe für die Verfüllung des Bergwerks einen Hauptbetriebsplan und sechs Sonderbetriebspläne beantragt, „die leider noch nicht freigegeben sind“. Daher habe mit Verfüllung noch nicht begonnen werden können. Die BGE stehe im engen Kontakt mit dem Landesbergamt, um die letzten Genehmigungsfragen zu klären.