Angesichts des durch die Erdbebenkatastrophe verursachten Leids rücken nach Einschätzung des Essener Zentrums für Türkeistudien ethnische Unterschiede zwischen Türken und Kurden in den Hintergrund. Die Nothilfe komme nach seinem Dafürhalten allen Bevölkerungsgruppen in dem betroffenen Gebiet zugute, sagte Yunus Ulusoy vom Zentrum für Türkeistudien und Integration (ZfTI) dem Evangelischen Pressedienst epd. Unterschiede bei der Nothilfe gebe es eher zwischen den urbanen Zentren und ländlichen Regionen, die für die Helfer sehr viel schwerer zugänglich seien.
Die Katastrophe habe auch die türkischstämmigen Menschen in Deutschland „bis ins Mark getroffen“, sagte Ulusoy. Viele hätten Angehörige und Verwandte in der Erdbebenregion und könnten durch türkische Medien die Not und die verheerenden Auswirkungen live verfolgen. Es gebe eine große Welle der Hilfsbereitschaft, sagte der Wirtschaftswissenschaftler: Einzelpersonen, Unternehmen und Zivilgesellschaft sammelten Sachspenden und transportierten sie durch Flugzeuge oder Lastwagen in die Türkei.
