Zum 20. Geburtstag findet das Festival in kulturell vernachlässigten Regionen statt. Auch ungewöhnliche Aufführungsorte wie ein Kino, ein Restaurant oder ein Kindergartenrohbau sind dabei. Los geht's am Donnerstag.
Die Thüringer Bachwochen feiern ihr 20-jähriges Bestehen in diesem Frühjahr mit 20 Konzerten in der Region. Start ist am Donnerstag um 18.30 Uhr in der Dorfkirche Kühdorf im Landkreis Greiz. Die Idee sei aus der Erfahrung heraus entstanden, dass Kultur im ländlichen Raum kaum noch stattfinde, erklärte der Leiter des größten Klassikfestivals im Freistaat, Christoph Drescher, in Erfurt. "Viele Bewohner fühlen sich gesellschaftlich wie kulturell abgehängt und oft ist ihnen der Weg in die Städte zu beschwerlich."
Man wolle dies mit dem Projekt #20für20 ändern. Dabei habe man aus über 50 Bewerbungen aus der Provinz auch solche mit ungewöhnlichen Räumlichkeiten ausgewählt, wie ein ukrainisches Restaurant, ein Kino oder den Rohbau eines Kindergartens. Es sei wichtig, Kultur auch dort sicht- und hörbar zu machen. Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei. Die Regionalkonzerte finden bis zum 10. März statt, das restliche Programm findet vom 21. März bis 14. April statt.
Die Thüringer Bachwochen gibt es ohne Unterbrechung seit 2005. Normalerweise finden die Aufführungen in Konzertsälen und historischen Bach-Stätten statt. Prominente Künstler wie Ton Koopman, Martin Stadtfeld, das Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe oder der Tölzer Knabenchor sind im Rahmen des Festivals aufgetreten.