Theologischer Kirchenrat: Jesus zeigt Weg gegen Gewalt

Ostern steht nach den Worten des Theologischen Kirchenrats der Lippischen Landeskirche, Thomas Warnke, für eine Kraft, die heilen kann. Jesus zeige, dass die wahre Kraft nicht zerstöre, sondern sich hingebe und heile, sagte Warnke laut Redetext am Karfreitag in Lemgo. Vielleicht sei das „die eigentliche Macht Gottes: sich nicht in die Logik der Gewalt ziehen zu lassen“. Stattdessen gehe es um Liebe, die nicht zurückschlage. Das verändere den Blick: „Macht ist nicht gleich Stärke. Und Schwäche ist nicht gleich Niederlage.“

Das Kreuz sei ein Symbol tödlicher Macht, sagte Warnke weiter. Macht entscheide über Leben und Tod. Macht könne schützen und zerstören. Heute sei Macht in politischen Entscheidungen zu erleben, wenn Staaten oder Einzelne ihre Interessen mit aller Härte durchsetzten. Dies geschehe manchmal mit Waffen, manchmal mit Geld, manchmal per Dekret. Macht werde auch in digitalen Räumen erlebt, wenn Algorithmen entscheiden, was man sehe und was nicht. Macht wirke in Strukturen, die Menschen zum Schweigen bringen und sie ohnmächtig machen.

Jesus am Kreuz zeige, dass es einen anderen Weg gebe, sagte Warnke weiter. Dieser Weg beginne nicht mit großen Gesten, er beginne mit einem offenen Herzen. „Wir müssen nicht mitspielen, wo das Spiel der Macht andere kleinmacht“, erklärte der Theologe. „Wir sprechen eine andere Sprache - die Sprache der Sanftmut, der Gerechtigkeit, der Barmherzigkeit.“ Damit könne man aufstehen, wo Menschen zum Schweigen gebracht würden, und schweigen, wo Worte nur noch verletzten.

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