Eine Auszeichnung, die spirituelles Denken ins Zentrum rückt - der Templeton-Preis gilt auch als "Nobelpreis für Religion". Sein Preisgeld übersteigt jedoch bewusst das der Nobelpreise.
Der Templeton-Preis wird für besondere Leistungen im Bereich von Wissenschaft und Religion verliehen und landläufig als "Nobelpreis für Religion" bezeichnet. Mit umgerechnet rund 1,28 Millionen Euro ist er die weltweit höchstdotierte Auszeichnung, die an eine Einzelperson vergeben wird. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. erhält den diesjährigen Templeton-Preis für seinen Einsatz für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.
Die Auszeichnung geht zurück auf den britischen Philanthropen und Finanzinvestor Sir John Templeton (1912-2008). Der gläubige Presbyterianer hatte sein Vermögen mit dem "Templeton Growth Fund", einem der weltweit größten Investmentfonds, gemacht. Später gründete er die Templeton Foundation, die seit 1973 jährlich den Templeton-Preis für "herausragende Beiträge zur Entwicklung der religiösen Dimension des Lebens" verleiht.
Der erste Templeton-Preis ging an Mutter Teresa von Kalkutta. Weitere Preisträger waren etwa der Dalai Lama (2012), Desmond Tutu (2013), der tschechische Priester, Soziologe und Religionsphilosoph Tomas Halik (2014), König Abdullah II. von Jordanien (2018), der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn, der US-Prediger Billy Graham, der Gründer der ökumenischen Taize-Gemeinschaft, Frere Roger. sowie der deutsche Friedensforscher Carl Friedrich von Weizsäcker.
Das Preisgeld der jährlich von der Templeton-Stiftung verliehenen Auszeichnung übersteigt bewusst die des Nobelpreises, um den besonderen Stellenwert von Spiritualität zu betonen. Die Ehrung ist nicht an eine bestimmte Religion oder ein besonderes Gottesbild gebunden. Dem Preisgericht gehören Mitglieder verschiedener Religionsgemeinschaften ebenso an wie Atheisten.