"Das Telephon dient allen Klassen eines Kulturvolkes in gleich vorzüglicher Weise", befand schon 1900 ein User. Das kann man bis heute begutachten: in Zügen und am Flughafen, in Bussen, SUVs oder auf dem Schulhof.
Das deutsche Telefon-Patent sicherte sich im Dezember 1877 Werner Siemens. In Berlin entstand Anfang 1881 das erste Ortsnetz mit acht Teilnehmern. Zwar lobte schon 1900 ein User: "Das Telephon dient allen Klassen eines Kulturvolkes in gleich vorzüglicher Weise." Tatsächlich aber konnten sich noch bis in die 1970er Jahre nur die wenigeren einen eigenen Anschluss leisten. 1940 wurden per NS-Gesetz Juden als Fernsprechteilnehmer ausgeschlossen.
Ein Medium für jedermann wurde das Telefon auch in der Bundesrepublik erst in den 70er und 80er Jahren. Noch 1963 besaß erst jeder siebte West-Haushalt einen eigenen Anschluss; in der DDR lag die Quote noch weit darunter. Bis 1983 stieg der Anteil im Westen bis auf 88 Prozent, im Wendejahr 1989 lag er schließlich bei 97 Prozent. Im Osten warteten da noch 1,3 Millionen Haushalte auf einen Anschluss.
Das erste Mobiltelefon in Deutschland tat seit 1926 auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin Dienst. Das Zugfunksystem für den öffentlichen Fernsprechverkehr benötigte allerdings Sendeanlagen von gigantischen Ausmaßen, die kaum überhaupt in einem Waggon Platz fanden. 1958 wurde das erste flächendeckende Mobilfunknetz in Betrieb genommen.
Die sperrigen Funktelefon-Anlagen, die bis 1977 von diesem sogenannten A-Netz profitierten, wogen rund 16 Kilo und wurden vorwiegend im Kofferraum von Luxuslimousinen eingebaut; sie kosteten mehr als ein Kleinwagen dieser Zeit. Das 1986 eingerichtete C-Netz war zunächst für 100.000 Benutzer ausgelegt, wurde aber schon bald auf 800.000 ausgebaut. Nach der Wiedervereinigung trug das mobile C-Netz entscheidend dazu bei, die unzureichende DDR-Infrastruktur zu kompensieren. Derzeit befindet sich das 6-G-Netz in Vorbereitung.