Die Landesvertretung Baden-Württemberg der Techniker Krankenkasse (TK) sieht bei Arzneimitteln im Südwesten ein hohes Einsparpotenzial. Die deutschen Arzneimittelpreise seien im Vergleich zu anderen Ländern zu hoch, das zeige eine aktuelle Auswertung, teilte die TK am Montag in Stuttgart mit. Würden die Preise der 30 umsatzstärksten Medikamente an das internationale Niveau angepasst, spare dies den gesetzlichen Krankenkassen in Baden-Württemberg rund 456 Millionen Euro pro Jahr. Auf Bundesebene liege das Einsparpotenzial bei insgesamt 4,73 Milliarden Euro.
Im Vergleich mit anderen Industrienationen, wie etwa Dänemark, Norwegen, Japan und Südkorea, seien die Preise in Deutschland bei einzelnen Medikamenten bis zu 76 Prozent höher. Den gesetzlich Versicherten in Baden-Württemberg wurden im Jahr 2024 Arzneimittel im Wert von 7,6 Milliarden Euro verordnet. Gegenüber 2023 ist das ein Anstieg um 8,1 Prozent. Ein reduzierter Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel von 7 statt aktuell 19 Prozent brächte laut TK bundesweit bis zu sieben Milliarden Euro. Eine Erhöhung des Herstellerabschlags für Patentarzneimittel auf 17 Prozent würde weitere drei Milliarden bringen. (0129/19.01.2026)