Tausende bei Christustagen im Südwesten

Mehrere tausend Menschen haben am Donnerstag an 17 Orten in Württemberg und Baden den Christustag besucht. Die von der pietistischen „ChristusBewegung“ organisierten Veranstaltungen standen unter der Überschrift „Jesus - Hoffnung - Mensch“. In Baden wurde ein „Wort zur Orientierung“ verlesen.

In diesem „Wort“ werden die Teilnehmer der Christustage gebeten, sich in ihrer Gemeinde vor Ort für den Glauben einzusetzen und für sie zu beten. Dabei sollten sie sich insbesondere für die Menschenrechte und gegen Ausgrenzung engagieren. Auch das Lebensrecht ungeborener Menschen solle gestärkt werden, etwa im Einsatz gegen eine Liberalisierung des Abtreibungsparagrafen 218 und in der Hilfe für werdende Eltern. Außerdem ermutigt die „ChristusBewegung“ in Baden junge Menschen zum Theologiestudium.

Der Heilbronner Regionalbischof Ralf Albrecht empfahl in Schwäbisch Hall seinen Zuhörerinnen und Zuhörern, nicht auf eigene Schwächen zu sehen, sondern auf Gottes Möglichkeiten. Dann könnten sie sich auch aus ihrer Komfortzone herausbegeben. „Gott hat mehr mit uns vor, als dass wir es uns nur gut einrichten“, sagte Albrecht.

Der Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein unterstrich in Ravensburg die Notwendigkeit, sich intensiver mit den Inhalten des christlichen Glaubens zu befassen. „Eine gute Glaubenslehre bewahrt vor der Glaubensleere.“ Dabei komme es nicht auf einen großen Glauben an, sondern auf den Glauben an die Größe Gottes.

Der Vorsitzende der „ChristusBewegung Lebendige Gemeinde“ in Württemberg, Pfarrer Friedemann Kuttler, rief in Herrenberg bei Böblingen zu bedingungslosem Gottvertrauen auf. Dazu gehöre, mit Gott durch das Gebet im Gespräch zu bleiben und dabei auch eigene Fehler zu bekennen. „Wenn Gott uns liebt, wie er es versprochen hat, dann brauchen wir keine Angst davor zu haben, dass er unsere Verletzlichkeit ausnutzt“, sagte der künftige theologische Vorstand der Diakonie Stetten

Der Vorsitzende des Evangelischen Gemeinschaftsverbands Württemberg „Die Apis“, Pfarrer Matthias Hanßmann, warb für einen christlichen Glauben mit Weite. „Globaler, internationaler, mutiger, weniger strukturkonservativ, weniger formenverliebt - dafür hoffnungsvoller, verheißungsorientiert“, empfahl er in Balingen.

Pfarrer Uwe Rechberger, ehemaliger Vorsitzender des CVJM Württemberg, wandte sich gegen „Gejammer“ über die Personalplanung der Kirche und kleiner werdende Gemeinden. „Jesus ist mit zwölf Jüngern gestartet“, sagte Rechberger in Bad Liebenzell bei Calw.

In Württemberg gab es Christustage in Bad Liebenzell, Balingen, Bernhausen, Blaufelden, Heilbronn, Herrenberg, Ludwigsburg, Ravensburg, Reutlingen, Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Stuttgart und Ulm. In Baden wurden Veranstaltungen an Fronleichnam in Kraichtal, Langensteinbach, Pforzheim und Sankt Georgen organisiert, Anfang Juni folgen Mannheim und Singen.

Der Christustag wurde in Württemberg als „Ludwig-Hofacker-Konferenz“ gegründet und fand dieses Jahr zum 68. Mal statt. (1169/30.05.2024)

👋 Unser Social Media