Die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis Osnabrück rufen zu einer Tanz-Demonstration gegen geschlechtsspezifische Gewalt am 14. Februar auf. Gruppen und Personen seien eingeladen, sich an diesem internationalen Aktionstag unter dem Titel „One Billion Rising“ auf dem Nikolaiort in der Osnabrücker Innenstadt zu beteiligen, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Die weltweite Kampagne kämpft für ein Ende der geschlechtsspezifischen Gewalt. One Billion, also eine Milliarde, stehe für ein Drittel aller Frauen und Mädchen, die laut UN von Gewalt betroffen sind.
Die Initiative „Femizide stoppen“ habe im vergangenen Jahr in Deutschland 114 Femizide gezählt, also Tötungen einer Frau aufgrund ihres Geschlechts, sagte die städtische Gleichstellungsbeauftragte Patricia Heller. Die Taten würden meist durch den Partner oder Ex-Partner verübt, oft im Kontext einer Trennung.
Allerdings beginne geschlechtsspezifische Gewalt schon viel früher, betonte Heller: „Ein sexistischer Witz in der Kneipe, eine vermeintlich zufällige Berührung am Arbeitsplatz, ein Hinterherpfeifen auf der Straße.“ Sexualisierte Gewalt gehöre zum Alltag vieler Frauen. Gewalt gegen Frauen und Mädchen werde körperlich, verbal, emotional und wirtschaftlich ausgeübt. Geschlechtsspezifische Gewalt entstehe nicht zuletzt durch tradierte Rollenbilder und ungleiche Machtverhältnisse.
Seit 2012 werden jährlich am 14. Februar alle Menschen dazu aufgerufen, sich gegen diese Gewalt zu erheben und in Form einer Protestaktion gemeinsam zu tanzen.