Tag der Provenienzforschung: Museen stellen Herkunft von Objekten vor

Museen in Köln nehmen den internationalen Tag der Provenienzforschung (9. April) zum Anlass, interessierten Besuchern ausgewählte Objekte und ihre Herkunft vorzustellen. Am kommenden Mittwoch bieten das Stadtmuseum, das Rheinische Bildarchiv, das Museum für angewandte Kunst, das Museum Schnütgen und das Rautenstrauch-Joest-Museum Führungen, Vorträge und Gespräche an, wie die Stadt Köln am Mittwoch ankündigte. Im Zentrum stehen Artefakte der hauseigenen Sammlungen, die im Zusammenhang mit aktuellen Forschungsfragen zu NS-Raubkunst und kolonialen Unrechtskontexten beleuchtet werden.

Den Auftakt macht im Kölnischen Stadtmuseum ein Blick auf den jüdischen Kunst- und Antiquitätenhändler Hermann Feit, der im Köln der 1920er und 30er Jahre großen Anteil am Aufbau einer Sammlung jüdischen Kulturguts im Rheinischen Museum hatte und trotz des Drucks durch das NS-Regime bis zu seiner Flucht 1939 Handel betrieb.

Im Rheinischen Bildarchiv geht es anhand von Dokumenten um die Archivarbeit und Möglichkeiten der Archivgutnutzung und um Herausforderungen der Provenienzforschung wie den Verlust von Sammlungen während des Zweiten Weltkriegs. Das Museum für mittelalterliche Kunst, das Museum Schnütgen, stellt exemplarische Herkunftsgeschichten von Glasgemälden ins Zentrum einer Führung zu „Glasmalereien zwischen Säkularisation und Sammeltätigkeit“.

Im völkerkundlichen Rautenstrauch-Joest-Museum geht es in einem Vortrag und einer Diskussion mit dem Publikum um die Arbeit mit Fotografien aus kolonialen Kontexten in der hauseigenen Sammlung. Am Beispiel von Aufnahmen von Marie Pauline Thorbecke aus den Jahren 1911 bis 1913 wird über die Dokumentations- und Sammlungspraxis berichtet.

Die Provenienzforschung Kölner Museen wird seit 2007 von einer koordinierenden Referentenstelle im Dezernat für Kunst und Kultur geleitet. Damit habe Köln als erste deutsche Stadt die Provenienzforschung museumsübergreifend als dauerhafte Aufgabe etabliert.

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