Stiftung bekämpft unrealistische Solarstromrechner

Im Internet gibt es verschiedene Solarstromrechner, die potenziellen Käufern einer Photovoltaikanlage bei der Kaufentscheidung helfen sollen. Allerdings kommen sie zu extrem unterschiedlichen Ergebnissen, wie die Klaus Tschira Stiftung am Dienstag in Heidelberg mitteilte. Deshalb hat die Stiftung ein Projekt der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) unterstützt, das Mindestanforderungen für Online-Solarstromrechner zusammenstellt.

Eine Analyse der HTW Berlin zeige gravierende Unterschiede bei den Berechnungsergebnissen verschiedener Online-Tools, heißt es in der Mitteilung. Unter identischen Rahmenbedingungen variierten die berechneten Autarkiegrade um mehr als 20 Prozentpunkte. Ein untersuchtes Tool habe sogar einen unrealistischen Autarkiegrad von 99 Prozent für ein Einfamilienhaus mit einer 10-Kilowatt-Photovoltaikanlage und einem 9-Kilowattstunden-Stromspeicher ermittelt.

„Solche utopischen Werte lassen sich in der Praxis nicht erreichen und wecken zu hohe Erwartungen an die eigene Solaranlage“, sagte Michaela Zoll von der Forschungsgruppe Solarspeichersysteme der HTW Berlin. Der Autarkiegrad gibt den erwarteten Anteil des Strombedarfs an, der durch das Photovoltaik-Batteriesystem gedeckt wird.

Johannes Weniger, Entwickler des Unabhängigkeitsrechners, erläutert das Leistungsvermögen des Tools: „Konkret unterstützen wir die Energiebranche mit Empfehlungen zur Wahl der Eingangsdaten und zur transparenten Darstellung der Ergebnisse und Berechnungsannahmen.“ Die Standards empfehlen beispielsweise, realistische Annahmen zur zukünftigen Entwicklung des Strompreises zu hinterlegen. In den vergangenen Jahren sei die Anzahl der Online-Tools mit zweifelhaften Berechnungsergebnissen gestiegen, kritisieren die Wissenschaftler. (1224/27.05.2025)

👋 Unser Social Media