In der politisch umstrittenen Frage eines AfD-Verbotsverfahrens rät Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einer sorgsamen Abwägung. „Das Bundesverfassungsgericht hat die Hürden sehr hoch gelegt. Ob ein solcher Antrag gestellt wird, sollte deshalb sorgsam abgewogen werden“, sagte Steinmeier während eines Besuchs in Neuruppin der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“, die zum Redaktions-Netzwerk Deutschland gehört. Unterdessen warnte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) seine CDU-Kollegen im Osten vor einer Zusammenarbeit mit der AfD.
Steinmeier forderte verstärkte Anstrengungen der demokratischen Parteien, um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. „Vertrauen kriegt man nur wiederhergestellt, wenn Politik mit den Erwartungen der Menschen klug umgeht. Das heißt nicht unbedingt, dass jede Erwartung erfüllt werden kann“, sagte er. Demokratie heiße auch, „nach Kompromissen zu suchen und diese so anzulegen, dass sich möglichst viele Interessen darin wiederfinden“.
