Statistik: Viele arbeiten wegen Betreuung Angehöriger Teilzeit

Teilzeit ist weit verbreitet. Und nicht immer freiwillig. Etwa wenn es um die Betreuung oder Pflege von Familienangehörigen geht.

Die Betreuung Angehöriger ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ein Hauptgrund, dass viele Menschen in Teilzeit arbeiten. 2022 arbeitete knapp ein Viertel der insgesamt 12,6 Millionen Teilzeitbeschäftigten in reduziertem Umfang, um Kinder, Menschen mit Behinderungen oder pflegebedürftige Personen zu betreuen, wie das Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Frauen üben deshalb deutlich häufiger eine Teilzeitbeschäftigung aus als Männer: 29 Prozent der Frauen in Teilzeit gaben die Betreuung von Angehörigen als Grund für ihre Teilzeitarbeit an. Bei den Männern waren es 7 Prozent.

Bei den Angaben handele es sich um Erstergebnisse des Mikrozensus für das Jahr 2022, hieß es. Bei dieser jährlichen "kleinen Volkszählung" wird rund ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland zu Arbeits- und Lebensbedingungen befragt. Konkret sind dies rund 810.000 Personen in etwa 370.000 privaten Haushalten und Gemeinschaftsunterkünften.

Demnach wollten mehr als zwei Drittel der Beschäftigten, die wegen der Betreuung von Angehörigen Teilzeit arbeiten, diese Betreuung selbst übernehmen. Für nur neun Prozent der Teilzeitbeschäftigten stand zu den benötigten Tageszeiten kein geeignetes Betreuungsangebot zur Verfügung. Vier Prozent konnten das Betreuungsangebot nicht bezahlen, weitere zwei Prozent fanden in der Nähe kein passendes Angebot. Für 16 Prozent waren andere Gründe ausschlaggebend.

Die Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung sind vielfältig. Mehr als ein Viertel der Teilzeitbeschäftigten gab an, aus eigenem Wunsch in Teilzeit zu arbeiten. Für zwölf Prozent waren Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen der Grund fürs Arbeiten in Teilzeit. Weitere sechs Prozent würden gerne Vollzeit arbeiten, konnten auf dem Arbeitsmarkt jedoch keine entsprechende Stelle finden. Fünf Prozent der Teilzeitbeschäftigten arbeiteten wegen einer eigenen Krankheit oder Behinderung reduziert. Verschiedene andere Gründe nannten weitere 28 Prozent.

👋 Unser Social Media