Statistik: Frauen werden weiterhin schlechter bezahlt

Lohnlücke wird langsam kleiner, liegt aber immer noch bei 18 Prozent.

Die Berufstätigkeit von Frauen wird durchschnittlich um fast ein Fünftel schlechter bezahlt als die von Männern. Der mittlere Stundenlohn von Frauen lag nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts im vergangenen Jahr bei 20,84 Euro, der von Männern bei 25,30 Euro. Das entspricht einer Lohnlücke von 18 Prozent; 2018 betrug der Unterschied noch 20 Prozent.

Laut den Statistikern liegt die Hauptursache für die schlechtere Bezahlung von Frauen vor allem darin begründet, dass Frauen häufig in schlechter bezahlten Branchen arbeiten. Auch die häufigere Teilzeit bedeute geringere durchschnittliche Löhne.

Die Hans-Böckler-Stiftung kritisierte, die Lohnlücke in Deutschland sei im europäischen Vergleich sehr hoch. Die Ursachen dafür lägen in "Arbeitsmarktstrukturen, die Frauen systematisch benachteiligen", sagte Stiftungs-Direktorin Bettina Kohlrausch. Sie forderte, dass Männer mehr Arbeiten bei Kinderbetreuung und in der Pflege von Angehörigen übernehmen sollten.

Zum internationalen Aktionstag für faire Bezahlung ("Equal Pay Day") am Mittwoch beschrieb das Statistik-Bundesamt zugleich, dass es bei der Beschäftigtenquote von Frauen und Männern weiterhin Unterschiede gebe: Demnach gehen 73 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer zwischen 15 und 64 Jahren einer Erwerbstätigkeit nach.

👋 Unser Social Media