Startup will mehr Infos in Leichter Sprache zugänglich machen

Informationen von Behörden oder Unternehmen sind für manche Menschen schwer verständlich. Der Pflicht, Infos in vereinfachter Sprache anzubieten, kommen viele offenbar nicht nach. Ein Startup will die Lücke schließen.

 Informationen in Leichter Sprache flächendeckender zur Verfügung zu stellen - das ist Ziel des Würzburger Startups KLAO ("Klare Automation"). Dieses habe eine Software entwickelt, um große Mengen an Text DIN-konform in Leichte Sprache zu übersetzen, teilte die Universität Würzburg am Donnerstag mit. Öffentliche Einrichtungen und Unternehmen seien zwar dazu verpflichtet, Informationen in Leichter Sprache oder Einfacher Sprache anzubieten. Allerdings kämen dem 90 Prozent dieser Einrichtungen bislang nicht nach.

Gründer und Sonderpädagoge Fabian Schlausch sagte: "Wer umfangreiche Texte in Leichter Sprache braucht, kann das bislang von Agenturen erledigen lassen, was sehr teuer ist. Oder er verwendet gängige KI-Tools. Dann aber gibt es am Ende meistens Ergebnisse, die weder DIN-konform noch zufriedenstellend sind." Die Software des Startups orientiert sich laut Angaben hingegen an der Norm DIN SPEC 33429, die die Regeln für leichte Sprache festlegt. Menschen mit Lernschwierigkeiten prüften und zertifizierten die Texte anschließend gemeinsam mit den Mitarbeitern von KLAO.

Neben Schlausch sind der Sonderpädagoge und Übersetzer für Leichte Sprache Raphael Schrauth, Markenstrategin Svenja Fischer und Softwareentwickler Abdullah Abdelrazek Teil des Teams. Laut Angaben erhält dieses drei sogenannte exist-Gründerstipendien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Mithilfe der Förderung solle das Team mit Unterstützung der Universität Würzburg seinen Businessplan ausarbeiten und sich auf den Markteintritt vorbereiten.

Die Leichte Sprache folgt bestimmten Kriterien für Verständlichkeit, indem etwa Fremdwörter erklärt, Sätze kurzgehalten und lange Wörter durch einen Bindestrich getrennt werden. Sie erleichtert die Verständlichkeit unter anderem für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder anderen kognitiven Beeinträchtigungen. Einfache Sprache ist etwas näher an der Standardsprache und hat keine genau festgelegten Regeln. Normalerweise richtet sie sich an Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche, Hirnverletzungen, ältere Menschen oder Menschen mit geringen Deutschkenntnissen.

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