Sprachkenntnisse nötig für die Integration

UK 12/2019, Einwanderung (Seite 4: „Deutsch vor Einreise: Pläne des Innenministeriums in der Kritik“)
Das Bundesinnenministerium beabsichtigt, dass (einreisende) ausländische Funktionsträger der Religionen Deutschkenntnisse nachweisen müssen, wenn sie in Kirchen, Moscheen, Synagogen oder Tempeln geistliche Dienste übernehmen. Wie schon vor der Jahrtausendwende, als die Flüchtenden aus den Balkankriegen zu uns kamen und an den verpflichtenden Sprachkursen teilzunehmen hatten, regten sich linksorientierte Politiker und Publizisten sowie auch liberale Kirchenleute auf über diese angeordnete „Zwangsgermanisierung“.
Heute fordern diese Zeitgenossen alle sinnvollen Integrationsangebote für Migranten. Kaum noch jemand kritisierte diese Pflicht-Kurse. Doch wer garantiert, dass ausländische Geistliche von deren religiösen Gemeindeleitungen auch zu Sprachkursen angehalten werden?
Als evangelischer Religionslehrer wurde ich von islamischen Schülern in ihre Moscheen eingeladen, konnte mich aber leider nicht mit den Imamen unterhalten. In meinem 35-jährigen Schuldienst erlebte ich diese Gemeindevorsteher ohne einheimische Sprachkentnisse.
Deshalb wäre es aus Integrations- und Kommunikationsgründen hilfreich, wenn die zukünftigen Pfarrer, Priester, Imame und Rabbiner schon in ihren Herkunftsländern an den zahlreichen Goethe-Instituten Zertifikationskurse wenigstens in der deutschen Alltagssprache absolvieren müssten. Denn die Anwendung der heimischen Sprache und der angemessene Arbeitsplatz sind Mutter und Vater einer gelingenden notwendigen Integration in Deutschland.

Hermann Reyer, Kierspe

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