Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann sieht in der Arbeit der Entwicklungs- und Hilfsorganisation Misereor einen "kirchlichen Leuchtturm". Misereor und andere katholische Hilfswerke könnten den "oft binnenkirchlich verengten Blick" überwinden, sagte Wiesemann am Donnerstag in Ludwigshafen.
So werde erlebbar, "dass Kirche alle Begrenzungen durch Nation, Herkunft oder Sprache übersteigt". Behauptungen, dass es eine "deutsche Kirche" mit einem nationalen Sonderweg gebe, seien "völliger Unsinn", sagte der Bischof. "Wir sind eine Weltkirche, eine weltumspannende Gemeinschaft." Gerade die Arbeit von Misereor gebe dafür wegweisende Impulse.
Die bundesweite Spendenaktion von Misereor in den Wochen vor Ostern wird am Sonntag in Ludwigshafen eröffnet. Die Fastenaktion thematisiert nachhaltige Landwirtschaft und gesunde Ernährung am Beispielland Kolumbien - unter dem Motto "Interessiert mich die Bohne". Das ARD-Fernsehen überträgt den Festgottesdienst aus der Pfarrkirche Sankt Ludwig ab 10.00 Uhr live.
Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel sagte, mit dem bewusst etwas irritierenden Motto wolle man die Menschen neugierig darauf machen, "welche Kraft in der Bohne steckt". Spiegel rief dazu auf, verstärkt Kaffee aus fairem Handel zu kaufen.
Auch Nidia Cielito Meneses Meneses, Mitarbeiterin der Landpastoral in der kolumbianischen Diözese Pasto war zu Pressekonferenz nach Ludwigshafen gekommen. In ihrer Heimatregion würden mit von Misereor unterstützten Projekten vorhandene Initiativen ermutigt, "sich selbst erfolgreich mit Nahrungsmitteln zu versorgen", sagte sie.
Bundesweit engagieren sich im Rahmen der Fastenaktion zahlreiche Gemeinden und Gruppen zugunsten der Arbeit des Hilfswerks. Am fünften Fastensonntag - dem 17. März 2024 - wird dann in allen katholischen Gemeinden Deutschlands für Misereor gesammelt.