Der Sozialverband VdK hat sich für eine Schließung unprofitabler Krankenhäuser, auch im ländlichen Raum, ausgesprochen. Angesichts hoher Gesundheitskosten sagte Präsidentin Verena Bentele der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag): "Das Geld könnte man besser einteilen, indem man schaut, welche Klinik wo Kompetenzen hat und ob es wirklich alle Kliniken in der heutigen Form braucht." Mancherorts könne auch eine gute Notfallpraxis ausreichen. "Das kann auch bedeuten, dass Krankenhäuser im ländlichen Raum zumachen", sagte Bentele.
Deutschland hat mit 1.900 Krankenhäusern im internationalen Vergleich eine sehr hohe Versorgungsdichte. Viele von ihnen haben zudem aktuell wegen hoher Personalkosten und Inflation wirtschaftliche Schwierigkeiten. Befürchtet wird eine Insolvenzwelle. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will ihre Zahl verringern und zugleich die medizinische Versorgung verbessern, indem die Kliniken sich spezialisieren. Krankenhausverbände und Opposition werfen ihm allerdings vor, dass der Minister die Insolvenzen geschehen lässt, ohne dass eine systematische Krankenhausplanung stattfindet.
Laut Bentele sind diese Schließungen jedoch unvermeidbar: "Wer den Leuten etwas anderes sagt, verspricht etwas, das er nicht halten kann". Dass sich die Kliniklandschaft verändere, sei unvermeidlich: "Wir müssen uns die Frage stellen: Gestalten wir die Krankenhausreform oder gestaltet die Krankenhausreform unsere Versorgung? Ersteres wäre mir deutlich lieber", findet Bentele.