Sozialverband fordert verpflichtende Umsetzung von Barrierefreiheit

Der Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen fordert, dass ausnahmslos alle Lebensbereiche barrierefrei zugänglich und nutzbar gemacht werden. „Menschen mit Behinderungen dürfen nicht länger ausgegrenzt und zu Bittstellern degradiert werden“, sagte der Landesvorsitzende Friedrich Stubbe mit Blick auf den Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai. Gesellschaftliche Teilhabe müsse selbstverständlich sein, von diesem Ziel seien Niedersachsen und Bremen jedoch noch weit entfernt.

Menschen mit Behinderung könnten nicht einfach in den nächsten Zug steigen, digitale Medien nutzen, spontan ein Konzert besuchen oder den Arzt frei wählen, erläuterte Stubbe. Es stehe für sie immer die Frage im Raum, ob der Ort oder die Veranstaltung barrierefrei seien, ob es etwa Einstiegshilfen oder Gebärdendolmetscher gebe. In Niedersachsen betreffe das mehr als 720.000 Menschen mit einer Schwerbehinderung, in Bremen lebten 54.000 schwerbehinderte Personen.

Sein Verband fordere die Landesregierungen von Niedersachsen und Bremen zu weiteren Investitionen auf, um Barrierefreiheit umfassend zu verwirklichen. Aktionspläne für Inklusion müssten endlich konkret werden, betonte Stubbe. Es brauche feste Fristen für deren Umsetzung sowie entsprechende Sanktionen bei Nichteinhaltung - nicht nur für öffentliche Anbieter, sondern auch für die Privatwirtschaft. „Barrierefreiheit darf nicht länger ein 'nice-to-have' sein, sie muss endlich in allen Bereichen verpflichtend umgesetzt werden.“

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