Die Sozialstiftung NRW will mit dem Modellprojekt „Inpire Youth“ Einsamkeit bei Grundschulkindern vorbeugen. Beteiligt sind elf Offene Ganztagsschulen in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Bochum, Gelsenkirchen und Herne, wie die Staatskanzlei am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Die Stiftung unterstützt das Vorhaben mit 700.000 Euro. Da sozial benachteiligte Kinder nachweislich stärker von Einsamkeit betroffen sind, wurden für das Projekt gezielt Schulen in Brennpunktvierteln ausgewählt.
Nach Untersuchungen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) leidet mehr als jedes fünfte Kind im Grundschulalter manchmal unter Einsamkeit. Seit der Covid-Pandemie seien junge Menschen zu der am stärksten von Einsamkeit betroffenen Bevölkerungsgruppe geworden, hieß es.
„Wir setzen mit dem Projekt schon im Grundschulalter an, um die Kinder präventiv mit einem guten Rüstzeug gegen Einsamkeit auszustatten“, sagte die Abteilungsleiterin Soziales bei der AWO Westlichen Westfalen, Muna Hischma. Mit dem Projekt sollten Kinder unter anderem durch Übungen lernen, sich besser in andere hineinzuversetzen, anderen zuzuhören und Ausgrenzung zu vermeiden. Zudem werden die Selbstwahrnehmung und der Umgang mit eigenen Gefühlen verbessert - zum Beispiel durch Tagebuchschreiben.
Die Entwicklung des Projekts wurde durch die Stabsstelle Einsamkeit der Staatskanzlei der Landesregierung angestoßen. Zum Abschluss des dreijährigen Projekts werden Empfehlungen für die Einsamkeitsprävention von Kindern und Jugendlichen entwickelt, die Offenen Ganztagsschulen und anderen Einrichtungen landesweit zur Verfügung gestellt werden sollen.