Für einen "Neuanfang des Umeinanderkümmerns" hat sich der Gießener Soziologe Reimer Gronemeyer ausgesprochen. Statt auf ohnehin überlastete Pflegekräfte und Dienstleister zu setzen, seien ein fundamentales Umdenken und "mehr Achtsamkeit für die Menschen im eigenen Nahbereich" nötig, sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Wir haben nur vergessen und verlernt, was wir alles selbst können", erklärte Gronemeyer.
Dieser Neuanfang sei einfach und schwierig zugleich, weil Menschen den ersten Schritt aufeinander zu wagen müssten, so der 84-Jährige. "Warum klingeln wir nicht mal bei der Nachbarin, die ihren Mann pflegt, und fragen, ob wir etwas für sie einkaufen oder sonst etwas für sie tun können?" Menschen müssten wieder lernen, einander zu fragen - und lernen, Hilfe anzunehmen. "Dann wird man erstaunt sein, was alles möglich ist."
