“Sic transit gloria mundi” (So vergeht der Ruhm der Welt)

"Ach, wie schnell vergeht der Ruhm der Welt!". Ein Ausspruch des Ordensmanns und geistlichen Schriftstellers Thomas von Kempen aus dem 15. Jahrhunderts soll Ursprung sein für einen bedenkenswerten Ritus bei der Papstwahl.

Das lateinische Zitat "Sic transit gloria mundi" (So vergeht der Ruhm der Welt) war bis ins 19. Jahrhundert fester Bestandteil im Krönungszeremoniell eines neuen Papstes. Belegt ist der Ausspruch in einem dreibändigen Buch des italienischen Bischofs und päpstlichen Zermonienmeisters Augustinus Patricius (Agostino Patrizi Piccolomini, 1435-1496) über die Riten des päpstlichen Hofes aus dem Jahr 1488 (Erstdruck 1516).

Demnach musste der Zeremoniar, wenn der neue Papst den Petersdom betrat, dreimal ein Bund Werg - also Fasern von Flachs oder Hanf - auf einem Rohrstab an einer Kerze anzünden und dabei jedes Mal ausrufen: "Pater sancte, sic transit gloria mundi - Heiliger Vater, ..." Dies sollte das neue Kirchenoberhaupt darauf hinweisen, dass auch der Papst vergänglich ist. Das Zitat gilt als Abwandlung eines Wortes des Ordensmannes und geistlichen Schriftstellers Thomas von Kempen (um 1380-1471), der schrieb: "O quam cito transit gloria mundi!" (Ach, wie schnell vergeht der Ruhm der Welt).

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