Ist es Sache der Politik, Einsamkeit zu bekämpfen? Die neue Bundesregierung sieht sich da in der Pflicht. Auch gegen Altersdiskriminierung will sie vorgehen.
Die neue Bundesregierung hat sich auch dem Kampf gegen die Einsamkeit verschrieben. Die Ende 2023 von der Ampelregierung beschlossene Einsamkeitsstrategie solle fortgeschrieben und die Arbeit bestehender Netzwerke unterstützt werden. "Wir werden die Datenerhebung und Forschung zum Thema Einsamkeit insbesondere im Bereich der Kinder und Jugendlichen verbessern, um zielgenaue Maßnahmen zur Bekämpfung der zunehmenden Einsamkeit vom Kindesalter bis zu den Senioren zu entwickeln", heißt es im am Mittwoch in Berlin vorgestellten Koalitionsvertrag.
In ihrer Einsamkeitsstrategie hatte sich die frühere Bundesregierung verpflichtet, die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren, durch Forschung das Wissen über Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit zu vergrößern und Betroffenen niedrigschwellige Hilfsangebote zu bieten - zum Beispiel bundesweite kostenfreie digitale, telefonische und lokale Beratungsangebote.
Mit Blick auf die wachsende Gruppe der Senioren in Deutschland verweist der Koalitionsvertrag darauf, dass ältere Menschen wichtige Ressourcen einbringen könnten, um eine für alle lebenswerte Zukunft mitzugestalten. Deshalb sollten die gesellschaftliche Teilhabe von älteren Menschen gestärkt und Barrieren gegenüber digitaler Technik abgebaut werden. Unterstützungsprogramme wie der "Digitalpakt Alter" sollten gestärkt werden.
Die Koalition will zudem Aufklärungs- und Bildungsmaßnahmen sowie altersfreundliche Arbeitsmodelle und klare Regelungen schaffen, um Diskriminierung im Berufsalltag entgegenzutreten. "Die Mehrgenerationenhäuser werden wir als wichtige generationenübergreifende Begegnungsorte weiter fördern", heißt es. "Um Wohnorte für gutes Altern zu schaffen, fördern wir modellhaft die Entwicklung innovativer und beispielgebender Konzepte für generationenübergreifende und gemeinschaftliche Wohnformen."