In der Debatte um den Umgang mit ausländischen Gewalttätern in Deutschland hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für die Abschiebung schwerer Straftäter und Gefährder auch in unsichere Länder ausgesprochen. „Solche Straftäter gehören abgeschoben - auch wenn sie aus Syrien und Afghanistan stammen“, sagte Scholz im Bundestag in einer Regierungserklärung zur Sicherheitslage in Deutschland und stellte sich damit hinter Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).
Über die praktische Umsetzung sei das Bundesinnenministerium bereits mit Nachbarländern Afghanistans im Gespräch, sagte Scholz. Im Gespräch war zuletzt, Afghanen über Pakistan abzuschieben.
Abschiebungen nach dem Wiedererstarken der Taliban 2021 ausgesetzt
Nach der Gewalttat eines mutmaßlichen Islamisten aus Afghanistan in Mannheim, bei der ein Polizist getötet wurde, ist die Debatte über die Wiederaufnahme von Abschiebungen in das Land neu entbrannt. Deutschland hatte Abschiebungen dorthin nach dem Wiedererstarken der radikalislamischen Taliban 2021 ausgesetzt. Schwerstkriminelle und terroristische Gefährder hätten hierzulande nichts verloren, sagte Scholz. Man werde auch nicht länger dulden, wenn terroristische Straftaten verherrlicht und gefeiert werden. Der Kanzler kündigte an, die Ausweisungsregelungen so zu verschärfen, „dass aus der Billigung terroristischer Straftaten ein schwerwiegendes Ausweisungsinteresse folgt“: „Wer Terrorismus verherrlicht, wendet sich gegen alle unsere Werte - und gehört auch abgeschoben.“AfD spricht sich ebenfalls für die Abschiebungen aus
Forderungen nach Abschiebungen schwerer Gewalttäter auch nach Afghanistan und Syrien kamen in den vergangenen Tagen aus SPD, FDP und Union. Die Abschiebung islamistischer Straftäter nach Afghanistan und Syrien müsse ermöglicht werden, sagte der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr im Bundestag. Die AfD sprach sich ebenfalls für die Abschiebungen aus.Als Vertreter der Bundesländer forderte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) in der Bundestagsdebatte die Bundesregierung auf, die Lageeinschätzung für die beiden Länder entsprechend zu ändern. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz plädierte dafür, die für humanitäre Hilfe vorhandenen, sogenannten technischen Kontakte nach Afghanistan zu nutzen, um darüber auch Abschiebungen umzusetzen.Wo Sicherheit fehlt, wächst Furcht. Furcht, die Vertrauen und Zuversicht zersetzt. Deshalb ist Sicherheit der Schlüssel für alles andere. Deshalb bin ich überzeugt: Sicherheit ist der Grundpfeiler unserer Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. (1/3) #Regierungserklärung
— Bundeskanzler Olaf Scholz (@Bundeskanzler) June 6, 2024
