Ein Löwe, der durch die Savanne streift, ein Elefant, der sich an einem Wasserloch duscht, ein Pferd, das über eine Wiese galoppiert – bei solchen Tieren fällt es leicht, das Wunder der Schöpfung zu erkennen. Das Majestätische, das Erhabene oder Wilde, es springt einen förmlich an. Viel schwieriger ist es, in der Mücke oder der Spinne in der Wohnung eben dieses Wunder der Natur zu erkennen.
Doch egal, ob Mücke oder Elefant, ob Spinne oder Löwe, sie alle sind Geschöpfe Gottes. Unsere Mitgeschöpfe. Daran erinnert auch die Schöpfungszeit, die jedes Jahr auf ökumenische Initiative im September begangen wird und in diesen Tagen feierlich eröffnet wird. „Lass jubeln alle Bäume des Waldes“ lautet das Motto in diesem Jahr und fordert den Menschen dazu auf, sich einzusetzen für die Natur – und auch für unsere Mitgeschöpfe.
Mücke oder Elefant – alles sind Geschöpfe Gottes
Nun lässt sich nicht jede Mücke retten und auch müssen wir den Spinnen nicht unsere Wohnungen überlassen, aber die Schöpfung achten, das kann man nicht nur in großen Gesten. Manchmal sind es gerade kleine Aktionen, die in Erinnerung bleiben, nachdenklich machen.
Der junge Mann, der mitten in der Nacht sein Auto auf der Landstraße anhält und dem Igel über die Straße hilft. Die Frau, die an einem Sonntag Kröte um Kröte in einem Eimer an ihr Ziel transportiert. Solche Aktionen lassen hoffen, dass es doch noch einige gibt, denen die Natur und unsere Umwelt am Herzen liegt.
Beim Spaziergang mit einem Freund bückt dieser sich plötzlich und hebt einen Regenwurm auf. Er setzt ihn neben dem Gehweg vorsichtig ins Gras. Auf die Bemerkung: „Du kannst nicht alle retten“, schaut er ernst und antwortet: „Ich weiß, aber diesen.“ Recht hat er. Nur so geht es: einen Regenwurm nach dem nächsten.

