Schmelzende Eispyramide begeistert Kirchenbesucher

Die schmelzende Eispyramide in der Bremer Liebfrauenkirche begeistert Besucherinnen und Besucher, wird sich aber wohl bald komplett aufgelöst haben. Freitagmittag war nur noch ein Drittel der ursprünglich 330 Kilogramm schweren Installation unter dem Namen „Eternity“ (Ewigkeit) der Münchner Künstlerin Birthe Blauth zu sehen. Sie hat die Pyramide in der Nacht zu Aschermittwoch unter das zentrale Gewölbe des gotischen Sakralbaues gehängt.

Die Szene wird von Scheinwerfern mit dezentem Licht angestrahlt, das schmelzende Wasser fängt die Künstlerin in einer großen Schale auf. „Die Pyramide verändert sich ständig, da das Eis beim Schmelzprozess das Licht immer anders durchlässt oder farbig reflektiert“, sagte Blauth, die vor zwei Jahren auch auf der Documenta in Kassel vertreten war. Hinzu komme der Klang der fallenden Wassertropfen, die aufgrund der hervorragenden Akustik in der Kirche weithin zu hören seien. „Das Eis wird weniger, der Klang mehr. Am Ende ist alles noch da, nur dann als Wasser in der Schale.“

Die Kunstaktion, in der es zentral um Veränderung und Vergänglichkeit geht, lockt viele Gäste in die Innenstadt-Kirche am Marktplatz, ständig geht die Tür auf und zu. „Zutiefst emotional berührt“, „wunderbare Idee“, „inspirierend und verzaubernd“, „überragend“ schrieben Besucherinnen und Besucher in das Gästebuch am Ausgang. „Ein Gleichnis auf das Leben, das (hoffentlich) auch nicht spurlos verschwindet, sondern nur den Aggregatzustand wechselt“, lautete ein weiterer Kommentar.

Solange das Eis schmilzt, ist die Kirche rund um die Uhr geöffnet. Danach ist die Schale mit dem aufgefangenen Wasser noch bis zum 27. März zu sehen.

Vorab war nicht klar, wie lange es wohl dauert, bis die Pyramide geschmolzen ist. Schätzungen gingen von zwei Wochen aus. Doch jetzt geht alles viel schneller. Liebfrauen-Pastor Stephan Kreutz findet, dass das gut zu der Kunstaktion passt: „Weil wir von so vielen Dingen nicht wissen, wie lange es sie noch gibt.“ (00/0547/16.02.2024)

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