Saar-Arbeitskammer fordert mehr betrieblichen Gesundheitsschutz

Die Arbeitskammer des Saarlandes wirbt dafür, den betrieblichen Gesundheitsschutz auszubauen sowie die bestehenden Arbeits- und Gesundheitsvorschriften „konsequent“ einzuhalten. „Nur so lassen sich die Belastungen, unter denen viele Beschäftigte seit Jahren leiden, spürbar reduzieren“, erklärte der Arbeitskammer-Vorstandsvorsitzende Jörg Caspar am Freitag in Saarbrücken. Zu den Hauptbelastungen zählten Arbeiten in ungünstiger Körperhaltung, Unterbrechungen des Arbeitsflusses, Arbeitshetze und Zeitdruck sowie Arbeiten unter Lärm.

Hintergrund der Forderungen ist der „Index Gute Arbeit Saar“. Von Januar bis Mai 2025 wurden den Angaben zufolge 798 saarländische Beschäftigte telefonisch zu ihrer Arbeitssituation befragt. Basis dafür ist wiederum der „DGB-Index Gute Arbeit“ welcher durch Finanzierung der Arbeitskammer ein sogenanntes Oversample für das Saarland realisiert.

Der Umfrage zufolge geben 59 Prozent der befragten saarländischen Beschäftigten an, regelmäßig in ungünstiger Körperhaltung arbeiten zu müssen, 58 Prozent berichten von sehr häufigen Unterbrechungen ihres Arbeitsflusses. Etwas weniger als die Hälfte (45 Prozent) arbeite zudem unter Lärm sowie Hetze und Zeitdruck. Kritisch bewertete Caspar auch, dass für ein Drittel der Befragten (36 Prozent) das Einkommen nicht oder gerade so ausreiche. Die Arbeitskammer forderte dementsprechend Maßnahmen zur Stärkung der Tarifbindung.

In der Arbeitskammer des Saarlandes sind alle sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer sowie Minijobber, Arbeitssuchende und Auszubildende automatisch Mitglied. Die Kammer berät und bildet ihre Mitglieder, gibt Stellungnahmen an die Politik und forscht.

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