Rotes Kreuz: Humanitäre Lage in Ostkongo “beispiellos”

Die Lage im Krisenland Kongo spitzt sich immer weiter zu. Während Armee und Rebellen sich unablässig bekämpfen, befürchtet das Rote Kreuz dramatische Folgen für die Zivilbevölkerung.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat vor einem Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung im Osten der Demokratischen Republik Kongo gewarnt. Die seit Februar anhaltenden Gefechte machten die humanitäre Lage "beispiellos und extrem besorgniserregend", sagte IKRK-Generaldirektor Robert Mardini nach einem Besuch in der Region. Die Gesundheitseinrichtungen seien den gegenwärtigen Herausforderungen nicht gewachsen.

Rund 40 Prozent der behandelten Patienten in der Provinz Nord-Kivu weisen laut Mardini Wunden auf, die von "schweren Waffen" stammen. Diese kämen nicht nur in Wohngebieten, sondern auch nahe Flüchtlingscamps zum Einsatz. Etliche Verwundete, darunter Frauen und Kinder, schafften es auf dem Rücksitz von Motorrädern oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Provinzhauptstadt Goma. Dort habe das vom IKRK unterstützte Ndosho-Krankenhaus seine übliche Kapazität bereits um das Doppelte überschritten.

Bereits vor drei Wochen hatten deutsche und internationale Hilfsorganisationen vor einer Eskalation der Kämpfe zwischen Kongos Armee und der Rebellengruppe M23 gewarnt. Seit mehreren Jahren ringen die beiden Kräfte um die Kontrolle über Goma und dessen Umland. IKRK-Generaldirektor Mardini rief die Konfliktparteien auf, wenigstens die Zivilisten besser zu schützen: "Humanitäre Hilfe, wenngleich unverzichtbar, ist eindeutig nicht die Lösung."

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