Regionalbischof: Österliche Hoffnung ist eine spirituelle Trotzkraft

Ostern ist laut dem evangelischen Regionalbischof Klaus Stiegler das Herzstück des christlichen Glaubens. Mit der Auferstehung sei deutlich geworden: „Die Liebe ist stärker als der Hass, das Leben stärker als der Tod“, sagte er im Osternachtsgottesdienst in der Regensburger Dreieinigkeitskirche. Mit der Auferstehung sei eine „wunderbare Hoffnung“ in die Welt gekommen.

Hoffnung bräuchten die Menschen wie Luft zum Atmen und sie gebe Kraft in schwierigen Zeiten, sagte der Regionalbischof des Kirchenkreises Schwaben-Altbayern laut Predigtmanuskript. Krisen und Konflikte türmten sich auf und die Demokratie sei in Gefahr. Angst und Sorgen plagten viele Menschen. Die biblischen Erzählungen vom Ostermorgen könnten in dieser Situation eine „kostbare Nahrung“ für das Hoffen sein. „Wir brauchen solche Hoffnungsgeschichten, die uns berühren und die wir weitererzählen können“, sagte Stiegler.

Hoffen sei aber mehr als Optimismus, führte er aus. Leiden, Schmerz und Ungerechtigkeit würden nicht ausgeblendet. Hoffnung sei vielmehr das „Vertrauen in die Vertrauenswürdigkeit Gottes“ und eine „Kraft, die durch Dunkelheit trägt“. An Ostern feierten Christinnen und Christen die „Hoffnung als spirituelle Trotzkraft“ - ohne die Realität zu verdrängen. So könne der Auferstandene Kraft schenken, „für eine solidarische und gerechte Gestaltung der Welt und des ganzen Kosmos zu arbeiten“.

Der Regionalbischof gab im Gottesdienst seiner Freude Ausdruck über einen Satz, den der ARD-Moderator Ingo Zamperoni zum Abschluss der Tagesthemen-Sendung immer sage: „Bleiben Sie zuversichtlich!“ Das sei ein „wahrlich österlicher Satz“, sagte Stiegler. Denn Ostern sei wie eine „verrückte Hoffnung für das Leben und die Welt“.

Der Gottesdienst, der im BR-Fernsehen übertragen wurde, stand unter dem Motto „Hoffnung anziehen wie ein Kleid“. Eine Holzskulptur des Künstlers Thomas Thalhammer stand dabei im Mittelpunkt. Das hölzerne Kleid war hinten offen und man konnte in es wie in eine zweite Haut hineinschlüpfen. „Was für ein schönes Bild“, sagte Pfarrerin Gabriele Kainz als Co-Predigerin der Osternacht. Durch Christus und seine Auferstehung an Ostern streife der Mensch das alte Gewand ab und ziehe einen neuen Menschen an, wie ein neues Gewand: „Ein Mensch voll Güte, Erbarmen, Demut, Freundlichkeit und Geduld.“ (1347/19.04.2025)

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