Initiativen der Anti-Atomkraft-Bewegung in Nordrhein-Westfalen haben am Sonntag in Ahaus erneut gegen die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus protestiert. An der Demonstration beteiligten sich nach Veranstalterangaben rund 300 Menschen sowie etwa 50 Landwirte mit ihren Traktoren. Auch die Ahauser Bürgermeisterin Karola Voß (parteilos) sowie Vertreter der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden seien dabei gewesen.
Aufgerufen zu den Protesten hatten das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“,„Kein Atommüll in Ahaus“, der BUND NRW und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen„. Sie lehnen “extrem gefährliche 'Hau-Ruck-Castortransporte' mitten durch NRW" von Jülich nach Ahaus ab.
Hintergrund für die Proteste sind die für dieses Jahr geplanten Straßen-Transporte mit sogenannten Kugelbrennelementen vom Forschungszentrum Jülich aus einem stillgelegten Versuchsreaktor zum Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus. Probefahrten mit Leer-Castoren fanden bereits statt. Rund 300.000 abgebrannte Brennelemente sollen über die Straße transportiert werden. Die auf 20 Jahre begrenzte Betriebserlaubnis des Jülicher Lagers war bereits 2013, also vor über zehn Jahren, ausgelaufen. Deshalb erfolgte eine Räumungsanordnung. Mangels Alternativen lagern die radioaktiven Kugeln noch immer dort und sollen nun in Ahaus zwischengelagert werden. Doch auch die Genehmigung des dortigen Zwischenlagers ist befristet.