Nach der Präsidentschaftswahl im Senegal zeichnet sich ein Sieg des Oppositionskandidaten Bassirou Diomaye Faye ab. Laut dem Nachrichtenportal "DakarActu” liegt der 44-Jährige nach der bisherigen Stimmenauszählung vorne. Nachdem die Wahl am Sonntag ohne größere Zwischenfälle stattgefunden hatte, berichteten schon am Abend erste Medien vom Erfolg der Opposition. So habe Faye unter anderem im Wahllokal des Regierungskandidaten, des ehemaligen Premierministers Amadou Ba (62), die Mehrheit der Stimmen erhalten.
Einige Politiker gratulierten Faye bereits zum Sieg. In den Straßen feierten Männer und Frauen in der Nacht den Erfolg der Opposition, wie Videos in den sozialen Netzwerken zeigen. Faye wurde vom populären Oppositionspolitiker Ousmane Sonko ins Rennen geschickt, der selbst nicht als Kandidat antreten durfte. Die Wahlbehörde warnte vor verfrühtem Feiern, das finale Ergebnis würden die offiziellen Stellen verkünden. Amadou Ba appellierte am Sonntagabend: "Lasst uns die Gesetze der Republik, das demokratische Spiel und das Urteil der Urnen respektieren.”
Ursprünglich war der Urnengang für den 25. Februar angesetzt. Doch Staatschef Macky Sall verschob die Abstimmung Anfang Februar wegen angeblicher Unstimmigkeiten in den Wahllisten auf unbestimmte Zeit. Damit löste Sall eine schwere politische Krise aus. Proteste der Opposition wurden teils gewaltsam niedergeschlagen. Der neue Wahltermin wurde festgelegt, nachdem der Verfassungsrat die Verschiebung der Wahl für nicht rechtens erklärt hatte.
Die Oppositionspolitiker Faye und Sonko wurden erst Mitte März nach monatelanger Haft aus dem Gefängnis entlassen. Sonko gilt als populärster Oppositionspolitiker, durfte aber bei der Wahl nicht antreten, weil er im Juni 2023 wegen „Korruption der Jugend“ verurteilt worden war. Ihre Partei "Pastef” wurde kurz nach dem Urteil vom Innenministerium aufgelöst.
Macky Sall hatte seine Amtszeit 2012 mit liberalen Versprechen begonnen, wurde aber zuletzt zunehmend autokratischer. Nach zwei Amtszeiten durfte er gemäß der senegalesischen Verfassung nicht ein weiteres Mal kandidieren.