Der Philosoph Julian Nida-Rümelin beklagt einen „Trend zur Dramatisierung und Polarisierung“ in den Medien. Es sei empirisch messbar, dass abwegige und exzentrische Positionen mehr Aufmerksamkeit in den Sozialen Medien gewönnen, sagt Nida-Rümelin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch seriöse Printmedien und die öffentlich-rechtlichen Sender gäben diesem Trend nach. „Das ist keine gute Entwicklung für die Demokratie“, sagte Nida-Rümelin.
Eine zunehmende Diffamierung und eine zur Ausgrenzung neigende Diskurskultur belaste die Demokratie. „Das haben wir leider aus den USA übernommen“, sagte Nida-Rümelin. Dort gebe es kein Austausch von Argumenten, „da wird fast nur noch polemisiert“. Demokratie lasse sich aber nur durch eine zivilkulturelle Praxis stärken und vitalisieren.
