Zum Jahrestag des Todes der zwölfjährigen Luise aus dem südwestfälischen Freudenberg appelliert der Gemeindepfarrer, von Besuchen des Grabes abzusehen. Das Grab solle ein privater, geschützter Ort sein und so gelassen werden, wie es sich die Familie vorstelle, sagte der evangelische Pfarrer Thomas Ijewski im WDR-Radio. Statt nach Freudenberg zu reisen, können diese Menschen ihre Energie dafür einsetzen, Jugendlichen vor Ort zu helfen. „Aber kommen Sie nicht nach Freudenberg. Die Trauer um Luise soll nicht der Mittelpunkt Ihres persönlichen Lebens bleiben“, sagte der Theologe, der auch die Predigt im Trauergottesdienst gehalten hatte.
Es sei wichtig, dass die Menschen im Ort zurück ins Leben fänden, sagte der Pfarrer. Das sei nötig, für die seelische Gesundheit. Wunden könnten heilen, es würden jedoch Narben bleiben. Eine Gedenkstätte für das tote Mädchen bewertete der Theologe skeptisch. Die Ereignisse und diese schreckliche Tat sollten nicht in Stein gemeißelt werden. „Viel besser wäre es, die Erinnerung an Luise in unseren Herzen zu behalten“, unterstrich Ijewski.
