Paderborner Erzbischof Bentz: Im größten Verlust kann Neues werden

“Was muss ich fürchten?” statt “Was darf ich hoffen?” – von einer tiefgreifenden Verunsicherung spricht der Paderborner Erzbischof Bentz in seiner Osterpredigt. Und ruft dazu auf, die Zuversicht nicht zu verlieren. Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat an Ostern dazu aufgerufen, auf politische, wirtschaftliche und ökologische Verlusterfahrungen nicht mit Angst zu reagieren. “Nicht mehr […]

"Was muss ich fürchten?" statt "Was darf ich hoffen?" - von einer tiefgreifenden Verunsicherung spricht der Paderborner Erzbischof Bentz in seiner Osterpredigt. Und ruft dazu auf, die Zuversicht nicht zu verlieren.

Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz hat an Ostern dazu aufgerufen, auf politische, wirtschaftliche und ökologische Verlusterfahrungen nicht mit Angst zu reagieren. "Nicht mehr für alle geht der Fahrstuhl nach oben", sagte Bentz beim Ostergottesdienst im Paderborner Dom laut vorab verbreitetem Predigtauszug. Und die Frage früherer Generationen "Was darf ich hoffen?" sei der Frage heutiger Generationen gewichen "Was muss ich fürchten?" Aber wer an die Osterbotschaft von der Auferstehung und die Überwindung des Todes glaube, könne darauf vertrauen: "Es kann auch im größten Verlust Neues werden."

Laut Bentz bedeutet das keine Vertröstung raus aus der Welt in ein Jenseits. Christen schöpften vielmehr aus der Zuversicht, dass inmitten der Verlusterfahrung im Hier und Jetzt Gott schon längst begonnen habe, das Neue zu wirken. "Der österliche Mensch lässt sich vom Verlust nicht überwältigen."

Der Erzbischof warnte davor, dass Populisten die Angst vor Verlusten ausnutzten. Oder nach dem Motto "Rette sich, wer kann" das Recht des Stärkeren propagiert werde, wie es etwa in den USA mit dem Trump-Slogan "America first" geschehe. Die Erfahrung von Verlust sollte aber auch nicht geleugnet werden, so Bentz. Sonst würden langfristige und konstruktive Problemlösungen verschleppt.

Auch in der Kirche gibt es nach Worten des Erzbischofs Verlusterfahrungen durch eine Verdunstung des Glaubens in der Gesellschaft. Damit einher gehe ein Bedeutungsverlust von Kirche. Auch dadurch entstehe Angst - und eine Weigerung gegenüber Änderungen. Aber auch hier gelte: "Verlust ist Teil des Lebens. Etwas kann nur neu werden, wenn anderes dafür stirbt."

👋 Unser Social Media