Opfer-Beratungsstellen: Massiver Anstieg von rechter Gewalt

Bedrohungen, Angriffe, Brandanschläge: Anlaufstellen für Opfer warnen vor deutlich mehr rechter Gewalt. Häufigstes Motiv sei Rassismus. Aber auch Angriffe auf sogenannte politische Gegner hätten dramatisch zugenommen.

Eine "Bilanz des Schreckens" haben Beratungsstellen für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt für das Jahr 2024 gezogen. Im Vergleich zum Vorjahr habe es einen massiven Anstieg von Angriffen um mehr als 20 Prozent auf nunmehr rund 3.450 Fälle gegeben, sagte Judith Porath aus dem Vorstand des Verbands der Beratungsstellen am Dienstag in Berlin. Neun Menschen seien getötet worden.

Täglich seien im Jahr 2024 im Schnitt mindestens neun rechte Angriffe erfolgt, wobei in die Auswertung nur 12 von 16 Bundesländern einbezogen wurden. Rassismus sei in mehr als der Hälfte der erfassten Fälle das beherrschende Tatmotiv gewesen, sagte Porath. Zugleich hätten die Opfer-Beratungsstellen einen dramatischen Zuwachs bei Angriffen auf politische Gegner um zwei Drittel auf 542 Taten beobachtet.

Von den Angriffen seien im vergangenen Jahr insgesamt rund 4.680 Menschen betroffen gewesen. Darunter waren fast 700 Kinder und Jugendliche, wie Porath erklärte.

Sie machte die AfD mitverantwortlich für die starke Zunahme rechter Gewalt in den vergangenen Jahren. Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat müssten endlich ein Prüfverfahren für ein Parteienverbot angehen. Die AfD sei der parlamentarische Arm der rechtsextremen Bewegung in Deutschland.

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